Kapitel 11 - Niemand entkommt dem Teufel Jetzt bin ich wieder in einer Stadt und weiß noch immer nicht so recht wohin ich soll. Nirgends bin ich sicher. Es geht so nicht weiter. Egal, wo ich bin der Teufel wird mich finden, früher oder später… Wie sehr ich ihn hasse! Warum kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen? Was bringt ihm das? Er hat unzählige Diener! Ich bin nicht sein Sklave! Apollon knurrte verärgert und ballte die Hände zu Fäusten. Ein grauenvoller Schmerz durchzog seinen Kopf mit einem Mal und ließ ihn auf die Knie sinken. Schnell nahm der Schmerz zu. Apollon hielt sich den Kopf und biss die Zähne zusammen. Er versuchte sich gegen den Teufel zu wehren, jedoch hörte er bereits dessen Stimme: „Du gehörst mir!“ Sie wurde lauter: „Gehorche mir! Du hast meine Befehle zu befolgen! Vernichte die weißen Magier!“ „Nein!“, rief Apollon kläglich. Wäre er nicht in einer Seitenstraße unterwegs gewesen, ständen sicherlich schon alle Leute um ihn herum. Jedoch war niemand dort, der ihm hätte helfen können. Die Schmerzen steigerten sich weiter. Apollon hatte das Gefühl, als würde jeden Moment sein Kopf zerspringen. Mit aller Kraft versuchte er die Zähne zusammen zu halten, diese knirschten aufeinander. Der Schmerz war nicht mehr auszuhalten und er schrie lautstark auf. „Was war das?“, fragte der silbergraue Luchs, als er den Schmerzensschrei vernahm. Sein Begleiter, ein dreifarbiger Kater zuckte die Schultern: „Am besten gehst du nachsehen. Ich behalte Stellung hier.“ Die beiden waren im dritten Stock einer Wohnung, die die weißen Magier gemietet hatten, um hier das Geschehen in der Stadt im Auge zu behalten. Auch in dieser Stadt gab es ein Haus der weißen Magier und so wurde die Umgebung sicherheitshalber überwacht. Der Luchs nickte und rannte los. Apollon schlug seinen Kopf auf den Boden: „Verschwinde!“ Ihm kamen die Tränen, die Schmerzen waren unerträglich. „Du gehörst mir! Befolge meine Befehle!“, hallte Satans Stimme immer wieder in Apollons Kopf. Erneut schlug er den Kopf auf den Boden. „Prinz Apollon“, wand sich der Luchs an ihn, als er Apollon am Boden liegend sah. Mit einiger Überwindung schaffte er es den weißen Magier anzublicken. Tränen flossen seine Wangen herunter. Vorsichtig nährte sich der Luchs ihm und sprach beruhigend auf ihn ein: „Versucht euch gegen ihn zu wehren. Ihr könnt das schaffen.“ Doch Apollon konnte nichts dagegen tun. Er versuchte es, jedoch schien es nur immer schlimmer zu werden: „Ich kann nicht.“ Erneut senkte Apollon seinen Kopf und drückte seine Stirn auf den Boden. Ein leiser Klagelaut war zu hören. Die Schmerzen machten ihn wahnsinnig. Die Stimme des Teufels war schon fast nebensächlich dagegen. Der weiße Magier berührte vorsichtig Apollons Schulter: „Atmet tief durch und beruhigt euch. Ihr seid stärker als er. Glaubt daran.“ „Geh weg!“, versuchte Apollon ihn los zu werden. Der Luchs nervte ihn mehr, als er ihm wirklich half. Dieser wusste auch nicht mehr weiter und blickte in die Richtung aus der er gekommen war. Zurückgehen und seinen Begleiter holen, war ein zu großes Risiko. Daher entschloss der weiße Magier sich für die einzige noch bleibende Möglichkeit: „Ich bitte vielmals um Verzeihung.“ Mit einem gezielten Schlag ins Genick setzte er Apollon außer Gefecht. Was ist passiert? Es ist so schön weich. Was…? Apollon öffnete die Augen und richtete sich verwundert auf. Er befand sich in seinem weichen Bett, in einem edel eingerichteten Zimmer. Niemand sonst war dort. Eine gute Gelegenheit um die Umgebung erst einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Ein Schreibtisch in hellem Holz mit passendem, gepolstertem Stuhl, die Polsterung weiß, eine Kommode passend dazu, sowie ein Nachtschränkchen. Er stand auf und blickte zu seinen Füßen. Der Teppichboden war herrlich weich. Seine Schuhe standen direkt neben dem Bett. Ohne zu zögern nahm er diese wieder an sich und zog sie an. Sein Blick wanderte zur Tür. Wo bin ich hier? Was ist passiert? Ich hatte Schmerzen… der Teufel… und dann…? War das ein weißer Magier? Ich denke schon, bin mir aber auch nicht sicher. Hat er mich hierher gebracht? Sich lange darüber Gedanken zu machen, brachte ihm auch nichts. Etwas zögerlich öffnete er die Tür und ging in den Flur hinaus. Apollon blickte nach links und rechts. Der Weg nach links erschien länger und mit mehr Türen. Jedoch waren diese nur auf einer Seite des Flurs, während die andere Seite mit vielen Fenstern die Möglichkeit bot hinaus zu blicken. Etwas nervös lauschte Apollon, ehe er zum nächsten Fenster ging und hinaus blickte. Das ist doch nicht möglich!? Das ist Civitas. Dort haben wir das Anwesen beobachtet… das bedeutet… ich bin in dem Haus. Das muss es sein. Und somit… Apollon senkte etwas die Ohren und blickte den Gang nach links herunter. Irgendwo hier wäre sicherlich Sovos und vermutlich auch seine Mutter. Er war im Haus der weißen Magier. Wie er hierher gekommen war und wie viel Zeit vergangen war seitdem er das Bewusstsein verloren hatte, wusste er nicht. Das alles würde er wohl jetzt herausfinden müssen. Ok. Einfach ruhig bleiben und vorsichtig umschauen. Was soll schon passieren? Lauschend und möglichst leise ging er den Gang entlang. Dabei lief er an zwei Zimmern vorbei. Die dritte Tür stand offen und so blieb Apollon stehen und konzentrierte sich auf das, was er hörte. „Es ist nicht nur meine Pflicht den Prinzen zu beschützen, sondern auch eine Ehre. Macht euch keine Gedanken um meine Sicherheit“, hörte Apollon die erste Stimme. Eine weitere Stimme antwortete, weiblich und irgendwie vertraut: „Cantio, ich möchte doch nur, dass dir nichts passiert. Du musst das nicht tun.“ Plötzlich wurde es ihm klar, woher er die Stimme kannte. Es war die Stimme aus seinen Träumen, die weiße Wölfin. Wie von selbst ging er auf das Zimmer zu und blieb in der Tür stehen. Die vier weißen Magier von damals. Da war er sich sicher. Die weiße Wölfin saß auf dem Sofa, ihr gegenüber auf einem Sessel saß Sovos, an die Wand gelehnt stand der Magier mit dem Seidenmantel und der Ältere stand fast direkt neben der weißen Wölfin. Sovos erhob sich von seinem Sessel, als er Apollon bemerkte und lächelte: „Apollon, wie geht es dir? Setz‘ dich doch.“ Apollon rührte sich nicht. Sein Blick war einzig und allein auf die weiße Wölfin gerichtet. Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln: „Komm her, Apollon.“ Mit ihrer Hand strich sie dabei über den Platz neben sich. Erneut zögerte er, gab sich dann jedoch einen Ruck und setzte sich auf den ihm zugewiesenen Platz. Der ältere Wolf nahm nun etwas Abstand, behielt Apollon aber im Auge. Sovos nahm nun auch wieder in seinem Sessel Platz. Apollon versuchte sich zusammen zu reißen, so vieles wollte er wissen. Sein Blick ging nun zu Sovos: „Das ist das Haus in Civitas, richtig?“ Mit einem Nicken bestätigte Sovos diese Vermutung: „Die bezaubernde Wölfin neben dir ist übrigens deine Mutter.“ Also hatte er recht gehabt mit seiner Vermutung. Ihm würden jetzt so viele Fragen einfallen, jedoch fühlte er sich völlig verunsichert. Die Situation überforderte ihn. Avisa deutete lächelnd auf die anderen beiden Magier, zuerst auf den Älteren: „Das ist Cantio.“ Ehe sie dann zu dem anderen wies: „Und das Devoto. Sie sind unsere Beschützer und mit die stärksten weißen Magier, die es gibt.“ Cantio und Devoto nickten Apollon höflich zu. Er wusste nicht so recht, wie er diese Geste erwidern sollte und ihn quälten so viele andere Fragen: „Wie bin ich…?“ Sovos unterbrach ihn: „Hierher gekommen? Einer unserer weißen Magier ist auf dich aufmerksam geworden. Daran wirst du dich sicher erinnern, oder? Jedenfalls entschloss er sich dazu dich außer Gefecht zu setzen, da du mit dem Kampf der in dir tobte überfordert warst. Zuerst brachte er dich in das Haus dort. Als der Anruf hier kam mit den Details, was passiert war, haben wir dich hierher bringen lassen. Die Details erspare ich dir. Viel Politik, Organisation und Planung. Es musste alles ziemlich schnell gehen und hat ja auch geklappt.“ Ein wenig verwirrt über die Antwort, nickte Apollon knapp und stellte die nächste Frage, dieses Mal an seine Mutter: „Warum hast du mir diese Träume geschickt?“ Avisa ergriff Apollons Hand und lächelte ihn beruhigend an: „Wir haben viel Schreckliches über Corvus gehört. Von meinem geliebten Sohn Apollon schien nichts mehr übrig zu sein. Dennoch wollte ich dich nicht aufgeben. Wir beschlossen dich über deine Träume zu besuchen. Niemand konnte sagen, wie du darauf reagieren würdest. Ich habe dir immer wieder gesagt, dass du in dein wahres Inneres blicken musst und wie es aussieht, haben wir es wieder erweckt.“ Mein wahres Inneres? Was meint sie damit? Ich verstehe das noch immer nicht. Er blickte fragend zu Avisa: „Was ist mein wahres Inneres?“ Avisa lächelte und drückte leicht seine Hand: „Du bist mein Sohn Apollon, der Prinz der weißen Magier. Du bist im Innersten gut. Dein Vater mag ein Diener des Teufels gewesen sein, war aber nicht böse. Er wollte nur das Beste für unsere Familie. Er büßte dafür, dass er seinen Auftrag nicht erfüllte. Jedoch haben wir uns auch nur durch diesen kennen gelernt. Eigentlich sollte er mich töten. Aposter konnte das aber nicht tun und hatte sich verliebt. Tag für Tag stand er vor dem Grundstück und mit der Zeit verliebte ich mich auch in ihn. Dennoch wollte er nicht versuchen zu fliehen. Es gab da noch eine Angelegenheit, die er zu erledigen hatte und er wollte nicht, dass wir noch mehr ins Blickfeld des Teufels gerieten. Dabei führen wir schon seit Jahrtausenden Krieg mit dem Teufel. Vielen Dienern haben wir auch schon geholfen. Als du geboren wurdest, war er sehr glücklich. Den Namen für dich suchte er aus. Apollon, der Vernichter des Teufels und Abwehrer jeden Unheils. Ein wunderbarer Gedanke. Außerdem klingt der Name auch sehr schön, findest du nicht?“ Apollon nickte leicht. Mein Vater war ein Narr. Deswegen wird er auch auf ewig als verlorene Seele in der Hölle verweilen. Er hätte fliehen können. Jetzt ist mir das Klarer, als je zuvor. Ich wurde von ihm im Stich gelassen. Avisa strich ihm leicht über den Rücken: „Hat man dir erzählt, wie dein Vater gestorben ist?“ Apollon atmete tief durch: „Fusco erzählte mir, dass der Teufel mich in seinen Klauen trug und ihm präsentierte. Dann tötete er ihn. Er starb mit entsetztem Blick, seine Kehle wurde aufgeschlitzt.“ Es herrschte für einen kurzen Moment schweigen, ehe Sovos das Wort ergriff: „Apollon, willst du hier bleiben?“ Er nickte, da war er sich sicher: „Ich will nicht mehr zurück. Auf keinen Fall.“ Sovos lächelte erfreut darüber: „Dann kläre ich dich erst einmal auf. Wie ich dir bereits erzählt hatte, bist du der Prinz der weißen Magier. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nur von vorne bis hinten bedienen lässt. Man hat auch bestimmte Pflichten und die wirst du kennen lernen. Außerdem werde ich dir die weiße Magie beibringen und unsere besondere Form, die Krähenmagie. Sie ist nur der Adelsfamilie gegeben und sehr mächtig.“ „Was ist mit dem Teufel? Er wird Diener und Dämonen schicken. Ein Dämon verfolgt mich bereits“, gab Apollon zu bedenken. Avisa lächelte beruhigend: „Hier bist du sicher.“ Sovos blickte ihn ernst an: „Da der Teufel dich jedoch unter Kontrolle bringen kann, darfst du das Haus erst einmal nicht verlassen. Wir werden uns sicher noch etwas einfallen lassen deswegen, aber im Moment ist es die einzige Lösung. Innerhalb unserer Grundstücke hat der Teufel keine Macht. Kein Diener oder Dämon kommt hier ohne unser Wollen herein.“ Devoto fügte leicht amüsiert hinzu: „Du hättest übrigens unser Grundstück betreten können. Wie viele Tage habt ihr da eigentlich Wache gehalten?“ Apollon zuckte die Schultern: „Ich weiß es nicht genau. Zwischenzeitlich saß ich in der Hölle fest.“ Am besten behalte ich es erst einmal für mich, dass ich eine gespaltene Persönlichkeit habe und die beiden Seiten gegeneinander angekämpft haben. Irgendwann werde ich es ihnen sagen müssen, aber das kann warten. Vielleicht finden sie es auch selbst heraus. „Wieso hast du in der Hölle fest gesessen? Ist dem Teufel etwas aufgefallen?“, hackte Devoto jetzt nach. Die Frage beschäftigte wohl alle, warum Apollon auf einmal vom Auftrag abgezogen worden war. Apollon stand auf und versuchte so nicht auf die Frage zu antworten: „Ich muss erst mal an die frische Luft.“ Avisa griff nach seiner Hand, um ihn davon abzuhalten, jedoch nickte Sovos bereits: „Das kann ich verstehen. Sicherlich geht dir jetzt vieles durch den Kopf. Vergiss aber nicht, dass du auf dem Grundstück bleiben musst.“ „Sicher“, bestätigte Apollon. Avisa ließ seine Hand los und ließ ihn gehen. Anhand des Ausblicks durch die Fenster konnte Apollon sich ein ungefähres Bild von dem Haus machen und den Ausgang erahnen. Er lief den Flur weiter hinab und direkt in den Garten. Einen kurzen Moment zögerte er, als die anderen weißen Magier zu ihm blicken, jedoch verneigten diese sich leicht vor ihm. Das war Apollon noch unangenehmer und versuchte es einfach zu ignorieren. Schnellen Schrittes ging er zum nächsten Baum und setzte sich unter diesen. An den Stamm gelehnt versank er in Gedanken. Ich bin hier, ein Prinz… das ist unglaublich. Ich kann es einfach nicht fassen… Mein ganzes Leben lang war ich ein Diener, der Henker des Teufels schließlich sogar. Corvus, der Schrecken jedes Dieners in der Hölle. Und nun…? Soll ich ein Prinz sein? Das kann ich nicht, aber es wird eh nicht lange anhalten. Meine gespaltene Persönlichkeit, die schwarze Magie… so etwas kann doch kein Prinz der weißen Magier sein… Meine Mutter und Sovos sind so nett zu mir. Auch die anderen weißen Magier scheinen kleinen Groll gegen mich zu hegen. Aber wieso? Sie wissen doch, wer ich bin… sie müssten mich hassen. „Apollon“, erklang eine Stimme. Ihm war gar nicht aufgefallen, dass jemand nähergekommen war und sich vor ihn gehockt hatte. Als er nun aufblickte, schaute er in Venustas Augen: „Venusta…“ „Du siehst nicht glücklich aus. Freust du dich gar nicht wieder bei deiner Familie zu sein?“, fragte sie ihn besorgt. „Doch… ich denke schon, dass es mich freut“, antwortete er und dachte selbst darüber nach. Er fühlte sich unsicher. Venusta setzte sich neben ihn: „Zieh dich nicht so zurück. Du musst offen über das sprechen, was dich beschäftigt. Ich höre dir zu.“ Apollon blickte sie ungläubig an und dachte über ihre Worte nach: „Ich bin anders.“ Venusta lachte etwas darüber: „Anders? Weil du über schwarze Magie verfügst oder weil du dem Teufel gedient hast? Ich sehe hier nicht Corvus, nicht der Mörder, sondern nur Apollon, unseren Prinzen. Bleib dir selbst treu, Apollon. Niemand hier wird dich wegen deiner Vergangenheit verurteilen.“ „Hm“, machte Apollon noch immer nicht ganz überzeugt. Das Schloss bebte, als Fusco gerade zurück in die Hölle gekehrt war. Die Asche wurde dadurch aufgewirbelt und die Diener verzogen sich aus der Nähe des Thronsaales. Fusco grinste breit und ging direkt auf den Thronsaal zu: „Was für tolle Neuigkeiten gibt es denn heute?“ Vor dem Eingang zum Thronsaal blieb er stehen, sodass man nicht sehen konnte, er jedoch die Möglichkeit hatte gut zu lauschen. „Bitte, mein Fürst… wir können doch auch nichts dafür, dass Corvus zu den weißen Magiern…“ Er lautes Brüllen vom Teufel übertönte seine Worte, ein weiteres Beben, ein Knall, Stille. Fusco war erleichtert. Er hatte es also geschafft, Apollon war bei den weißen Magiern und in Sicherheit. „Verschwindet!“, schrie Satan die übrigen Diener an, die daraufhin so schnell sie konnte aus dem Thronsaal rannten. Fusco warf einen flüchtigen Blick hinein. Zwei Diener lagen am Boden. Der eine war definitiv tot, Satans Klauen hatte seine Brust durchbohrt. Fusco hatte die Wunden schon öfter gesehen. Der andere Diener musste gegen die Wand geschleudert worden sein und stand nicht wieder auf. Was für ein Schwächling, dachte sich Fusco. Corvus hatte das fast jeden Tag zu spüren bekommen und war immer wieder aufgestanden. Er wand seinen Blick ab und machte sich auf dem Weg zu seinem Zimmer. Am liebsten würde Fusco alle Häuser der weißen Magier besuchen, nur um noch einmal mit Apollon sprechen zu können, jedoch würden diese ihn vermutlich gar nicht anhören. Er war ein Dämon und er hatte noch nie davon gehört, dass die weißen Magier einen Dämon aufgenommen hätten. Zumindest war Apollon in Sicherheit. Einen besseren Ort für die Flucht vor dem Teufel gab es gar nicht. Er würde erst einmal abwarten, was nun weiter geschehen würde. Sicherlich würde sich für ihn eine Möglichkeit ergeben seinen Freund noch einmal wieder zu sehen. Tag für Tag kam Apollon besser mit seinem neuen Leben zurecht. Er verstand sich sehr gut mit seiner Mutter und Sovos, sowie den beiden Beschützern Cantio und Devoto. Dennoch blieb Apollon zurückhaltend und gab wenig von sich Preis. Seine gespaltene Persönlichkeit hatte er bisher unter Kontrolle halten können. „Apollon, komm“, rief ihn Venusta, die gerade mit Apollon zusammen in den Garten gehen wollte. „Ich komm ja schon“, meinte Apollon und legte einen Schritt zu, um sie wieder einzuholen. Die beiden hatten sich schnell wieder vertragen und waren inzwischen ein richtiges Liebespärchen geworden. Die einzige Sorge, die Apollon im Moment noch hatte, war seine eingeschränkte Freiheit. Er musste zwar nicht mehr für den Teufel arbeiten und war in Sicherheit, jedoch könnte er nie das Grundstück verlassen. Dabei wollte er so gerne die Welt mal mit den Augen eines freien Wolfes sehen, nicht nur mit denen eines Mörders. Sovos hatte zwar versprochen, dass sie sich irgendwas einfallen lassen wollten, jedoch sah das bisher nicht so aus. Kaum kam Apollon in den Garten verneigten sich die weißen Magier wieder leicht vor ihm. Inzwischen wusste er, dass ein höfliches Nicken zur Bestätigung ausreichte. Venusta setzte sich wieder unter den Baum in den Garten und wartete auf ihn. Erleichtert nicht mehr jedem zunicken zu müssen, setzte Apollon sich neben sie: „Wir hätten drin bleiben können.“ „Und das schöne Wetter verpasst? Auf keinen Fall“, sie kicherte. Dann lehnte sie ihren Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen: „Es ist so schön mit dir.“ Apollon wusste darauf nichts zu erwidern und genoss einfach die frische Luft und Venustas Anwesenheit. Der Teufel hatte inzwischen Odi, Fel, Leana und Diritas von ihrem eigentlichen Auftrag abgezogen. Apollons Flucht hatte seine bisherigen Pläne durcheinander gebracht. Er würde nun zu drastischeren Mitteln greifen. Das war schon immer die beste Methode für solche Fälle. Die Stärke der Krähenmagier hatte in den letzten Jahren abgenommen. Eine bessere Chance würde er nicht bekommen. Die vier Diener knieten ihm Thronsaal und erwarteten seinen Befehl: „Ihr werdet die Anrufung durchführen.“ Den meisten Dienern war die Vorgehensweise bereits bekannt. Satan konnte die Hölle nicht ohne ein zuvor ausgeführtes Ritual verlassen. Hierzu brauchte man eine Stadt mit fünf Friedhöfen, die in der Form eines Pentagramms angeordnet waren. Von jedem dieser Friedhöfe benötigte man die Asche eines Toten, welche in der Mitte des Pentagramms verstreut wurde und Satan angerufen wurde. An und für sich ein einfaches Unterfangen, wenn da nicht die Schwierigkeit wäre fünf Friedhöfe zu finden, die in dieser Form angeordnet waren. „Wie ihr wünscht, mein Fürst“, antwortete Leana, „Habt ihr bereits eine Stadt in Aussicht?“ Ein wütendes Schnauben folgte: „Sonst hättet ihr die Information bereits. Macht euch an die Arbeit!“ Fusco saß mal wieder vor dem Thronsaal und hatte gelauscht. Nun begann er sich doch Sorgen zu machen. „Wie kann ich dich nur warnen?“, fragte er sich stumm selbst. „Gleich nochmal“, forderte Sovos Apollon auf. Er versuchte Apollon die weiße Magie beizubringen, jedoch war Apollon bisher nicht sonderlich begabt. Die ganze Trainingshalle hatten sie zur Verfügung, aber alles was Apollon bisher zu Stande brachte, war ein kleiner Lichtfunken. Zumindest zeigte es, dass er tatsächlich über weiße Magie verfügte, wie Sovos gesagt hatte. Nur kam er so gar nicht damit zurecht. Im Gegensatz zu der schwarzen Magie, dachte man hier daran jemanden beschützen wollen und nicht zu töten. Hass zu empfinden war so einfach für Apollon, aber den Willen zu beschützen aufzubringen, erwies sich als schwieriger als gedacht. Es würde eigentlich sogar schon für eine kleine Kugel eine schöne Vorstellung reichen. Etwas, dass Apollon gerne mochte. Aber auch das, scheiterte. Immer wieder begann Sovos es ihm von vorne zu erklären: „Denk an etwas Schönes, an die Personen, die du beschützen möchtest. Leite dieses Gefühl durch deine Finger nach außen.“ „Ich kann das nicht“, meinte Apollon erneut. Das hatte er in den letzten Tagen viel zu oft gesagt. Jedoch ließ Sovos es nicht zu, dass er einfach aufgab: „Ich weiß, dass du es kannst. Nochmal.“ Fusco stand vor einem der Häuser der weißen Magier und blickte zu den Wachen. Niemals würden sie ihn hineinlassen oder seine Fragen nach Apollon beantworten. Wie sollte er nur Apollon warnen!? Unruhig lief er vor dem Haus hin und her, hielt aber genug Abstand, dass die weißen Magier nicht noch nervös werden könnten, weil ein Dämon sich dort herum trieb. Die Wachen beobachteten jeden seiner Schritte, während die anderen weißen Magier in dem Garten davor ihn gar nicht weiter beachteten. Es war nicht Civitas, aber Fusco hatte bisher auch keine Informationen über Apollons genauen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen können. Schon früh am Abend hatte sich Apollon in sein Zimmer zurückgezogen. Das Training hatte ihn ermüdet und er wollte auch etwas Zeit für sich, um einfach die Ruhe zu genießen. Avisa und Sovos saßen im Wohnzimmer zusammen, auch Cantio und Devoto waren anwesend. „Was ist wenn er wirklich nur diese Funken zustande bringen kann?“, wand sich Avisa besorgt an Sovos. Dieser schüttelte den Kopf: „Er kann mehr. Es fehlt ihm einfach an Selbstvertrauen. Du siehst doch selbst, dass das Krähensymbol deutlich zu erkennen ist und das bedeutet zwangsläufig, dass er starke weiße Magie besitzt.“ Avisa machte sich trotzdem Sorgen: „Bei seiner Geburt war das Krähensymbol ganz weiß, sowie bei mir. Jetzt ist es grau, ein dunkles Grau. Wer weiß, was Satan getan hat.“ Sovos lächelte: „Ich bin mir sicher, Avisa, dass die Krähenmagie tief in ihm drin ist und nur darauf wartet hervor zu kommen.“ „Was ist, wenn sie nicht hervor kommt? Wenn er keine weiße Magie nutzen kann? Wie würde er sich fühlen, allein unter weißen Magiern mit seiner schwarzen Magie? Ich möchte nicht, dass er sich ausgegrenzt fühlt“, meinte Avisa weiterhin besorgt. Sovos versuchte sie weiter zu beruhigen: „Das wird nicht passieren. Vertraue ihm. Wie soll er selbst den Mut dazu finden, wenn nicht einmal du an ihn glaubst? Gib ihm die Zeit, die er braucht. Es ist alles eine große Veränderung für ihn.“ Avisa nickte leicht. Apollons Training fand jeden Tag statt, oftmals am Nachmittag, jedoch in seltenen Fällen auch kurz nach dem Frühstück. Die Tageszeit änderte dennoch nichts an seinem Fortschritt. Immer wieder brachte er nichts außer Funken zustande. So langsam glaubte Apollon wirklich, dass das Training vollkommen sinnlos war. Venusta sprach ihn davor immer Mut zu, welches Apollon die ersten paar Minuten positiv stimmte. Die Familie hatte gerade zu Mittag gegessen und Sovos war mit Apollon auf dem Weg zur Trainingshalle. Sovos stützte sich an der Wand ab, als die Stadt plötzlich von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Gerade so konnte Apollon sich noch auf den Beinen halten. Draußen zog gleichzeitig ein starker Sturm auf, die Sonne wurde von einem schwarzen Himmel verdeckt und es begann Asche zu regnen. Ein weißer Magier kam angerannt und hielt sich dabei geschickt auf den Füßen, trotz des Bebens: „Sovos, habt ihr hinaus gesehen? Das sind die Vorzeichen.“ Sovos wand seinen Blick auf dem Fenster, das Erdbeben ließ etwas nach, würde aber sicherlich bald in einer neuen Stärke von vorn beginnen. Einen Moment schien Sovos sich das Geschehen draußen nur anzusehen, ehe er sich an den weißen Magier wand: „Alarmiert alle Häuser. Wir müssen sofort gegen ihn vorgehen.“ Während der weiße Magier schon wieder davon eilte, blickte Apollon fragend zu Sovos: „Was passiert gerade?“ Besorgt legte Sovos eine Hand auf Apollons Schulter: „Der Teufel. Er hat soeben unsere Welt betreten. Versuch ruhig zu bleiben. Ich weiß, dass schockiert dich sicher, aber es ist nicht das erste Mal. Unsere Vorfahren wussten schon wie man gegen ihn ankommt und wir schaffen das auch.“ Dann ging er schnellen Schrittes davon, um die restlichen weißen Magier zu organisieren. Es musste schnell gehandelt werden. Apollon stand geschockt im Flur. Die Worte von Sovos klangen in seinen Ohren nach. Sein Verstand wollte nur langsam begreifen, was er gerade gehört hatte und als dieses ihm bewusst wurde, schrie er innerlich auf. Der Teufel ist hier! Wie soll man ihn besiegen? Er ist viel zu mächtig! Das ist unmöglich! Es ist vorbei! Apollon blickte sich um, viele weiße Magier gingen an ihm vorbei. Sovos war nirgends mehr zu sehen. Devoto kam auf ihn zu und legte leicht seine Hände auf Apollons Schultern: „Mein Prinz, ihr müsst hier bleiben. Verlasst auf keinen Fall das Haus. Ich bitte euch. Es ist zu eurer eigenen Sicherheit.“ Seine Hände ruhten auf Apollons Schultern bis dieser zustimmend nickte. Mit Erleichterung ließ er Apollon los und ging nach draußen in den Garten, wo die weißen Magier sich bereits sammelten. Avisa begann als erstes weiße Magie frei zusetzen und um die Gruppe weißer Magier zu bündeln, ehe Sovos diese weiter verstärkte. Ein weißer Magier nach dem anderen steuerte mit seiner weißen Magie einen Teil bei. Sie wurden in ein grelles Licht getaucht und verschwanden. Apollon hatte dieses aus dem Fenster beobachtet und war wirklich erstaunt. Aber es machte sich auch die Angst ihn ihm breit. Vielleicht hatte er sie zum letzten Mal gesehen. Venusta hatte sich neben ihn gestellt und seine Hand ergriffen. Als Einzige war sie zurückgeblieben, um an Apollons Seite zu sein. Langsam zog sie ihn vom Fenster weg: „Es wird alles gut gehen. Sie werden den Teufel zurück in die Hölle schicken, wo er hingehört und dann kommen sie zurück. Du musst ihnen vertrauen.“ Wortlos blickte er Venusta an. Wie gerne er das glauben würde, jedoch hatte er schon oft die Macht des Teufels zu spüren bekommen. Er machte sich wenig Hoffnung. Venusta führte ihn zum Wohnzimmer und setzte sich mit ihm auf das Sofa: „Ich werde die ganze Zeit hier bleiben. Sie werden zurückkommen. Glaube mir.“ Leana, Diritas, Fel und Odi blickten nach oben. Satan war sofort in die Höhe geschossen, kaum dass das Höllentor sich geöffnet hatte. „Der Ascheregen ist das nervigste“, bemerkte Fel. Odi sah das etwas anders: „Die Dunkelheit ist viel unpraktischer. Nicht jeder kann so gut sehen. Wir werden benachteiligt sein.“ Fel zuckte die Schultern. Leana senkte den Blick: „Ich kriege noch lauter Asche in die Augen.“ Diritas lehnte sich an eine Häuserwand: „Bald geht der Kampf los.“ Die Stadt füllte sich mit Dienern und Dämonen, welche der Teufel alle zu sich rief. Eigentlich war es ein Wunder, dass sie überhaupt eine Stadt mit fünf Friedhöfen in dieser Konstellation gefunden hatten. Satan ließ sich selbst zu gigantischer Größe heranwachsen, größer als ein Hochhaus. Ihn scherte es nicht, was er zerstörte. Die Anwohner waren in ihre Häuser oder nahe liegende Gebäude geflüchtet. Einige schauten neugierig, andere hockten am Boden und beteten. Die weißen Magier, welche in dieser Stadt ihren Sitz hatten, warteten auf die Adelsfamilie und weitere weiße Magier aus dem Haupthaus. Aus grellem Licht tauchte die Gruppe auf. Sovos gab gleich Anweisungen: „Tut euch in dreier oder vierer Gruppen zusammen und achtete darauf nicht in einen Hinterhalt zu geraten. Avisa und ich kümmern uns um Satan. Beschäftigt die Diener und Dämonen, schützt die Einwohner.“ Sie begannen sich in der Stadt zu verteilen. Devoto und Cantio gingen mit Avisa, während Sovos sich alleine auf den Weg durch die Stadt machte. Mit einem riesigen Schwarm von Krähen aus weißer Magie griff Avisa an. Ihr Fell leuchtete regelrecht, so sehr konzentrierte sie sich den Magiekrähenschwarm aufrecht zu erhalten. Satan konnte man bei dieser Größe gar nicht verfehlen, aber die vielen einzelnen Magiekrähen verletzten ihn nur geringfügig. Sovos wich den Angriffen der schwarzen Magier und Dämonen geschickt aus und erzeugte eine große weiße Magiekrähe, die er zu Satan schickte. Diese fügte ihm ebenfalls Schaden zu, vernichtete ihn aber nicht. Besorgt blickte er zu Satan hoch. Konnten Avisa und er ihn überhaupt besiegen!? Währenddessen tobten überall auf der Welt Umweltkatastrophen, einige Vulkane brachen aus, Tornados tobten durch Städte, Dörfer und Landschaften, Erbeben zogen Risse durch den Boden, riesige Wellen überschwemmten die Küsten und überall auf der Welt regnete die Asche aus einem schwarzem Himmel hinab. Apollon saß unruhig neben Venusta auf dem Sofa. Es fiel ihm schwer einfach abzuwarten. Diese Ungewissheit war unerträglich. Er wusste, dass ein erbitterter Kampf toben musste und war sich nicht sicher, ob er Sovos oder seine Mutter je wiedersehen würde. Ich hätte mich nie gegen den Teufel stellen sollen, jedoch ist es nun zu spät. Nur wegen mir werden sie sterben, ich sitze hier und tue nichts. Wie kann Venusta nur so ruhig bleiben? Wahrscheinlich hat sie einfach keine Ahnung, wie mächtig der Teufel wirklich ist. Die ganze Welt wird er zerstören und nichts als Tod und Verzweiflung bringen. Vater, hast du das gewusst? Aber wenn du es wusstest, wieso wollte du dann, dass ich fliehe? Oder verdummt man als verlorene Seele? Warum mache ich mir Gedanken um einen Toten? Es hat doch keinen Sinn. Ich hatte mir doch geschworen so nicht zu enden. Nicht wie mein Vater und nun? Nun werde ich es doch. Tod durch Verrat. Warum hast du mich nicht aufgehalten Fusco? Warum? Das fröhliche Summen von Venusta riss Apollon aus seinen Gedanken. Verständnislos blickte er sie an: „Wie kannst du jetzt so ein Lied summen?“ Sie lachte leicht: „Ich habe doch gesagt, dass sie zurückkommen werden. Vertrau ihnen doch mal.“ Das ist ein schöner Traum, Venusta. Die Realität sieht aber anders aus. Es ist vorbei… einfach vorbei… Zwischen den kämpfenden Dienern, Dämonen und weißen Magiern schlich sich Fusco herum. Die Stadt versank nur so im Chaos, zerstörte Fenster, beschädigte Bänke, umgefallene Bäume, zertrümmerte Wände und viele Verletzte und Tote, nicht nur unter den Kämpfenden. Es war ein jämmerliches Bild, aber Fusco war das gewohnt. Es war nicht der erste große Kampf den er miterlebte. Ihn interessierte nur die Frage, wo Apollon war. Bisher hatte er ihn nicht entdecken können. War er vielleicht gar nicht hier!? Die Unruhe in Apollon wuchs von Sekunde zu Sekunde. Er konnte einfach nicht mehr still sitzen und stand auf, um in den Flur hinaus zu gehen. Dort blickte er aus einem der Fenster nach draußen. Das Grundstück wurde von dem Schutzschild abgeschirmt. Sie waren in Sicherheit. Venusta blickte vom Wohnzimmer aus zu ihm. Sie konnte sich vorstellen, wie belastend das alles für ihn war. Dennoch war sie fest davon überzeugt, dass alles gut gehen würde. Draußen zog ein starker Wind auf, riss außerhalb des Grundstückes einige Bäume mit, ehe er sich zu einem Tornado formte. Die Leute in der Stadt gerieten in Panik. Alles was der Tornado zu fassen bekam, riss er mit sich, Häuser, Wände, Bäume und auch Einwohner. Das Anwesen der weißen Magier blieb unberührt, der Tornado konnte das Schutzschild nicht überwinden. Einige Gegenstände prallten gegen die unsichtbare Barriere. Man hörte einen Knall, jedoch geschah nichts weiter. Apollon sah dem Geschehen schockiert zu. Der Tornado verschlingt noch die ganze Stadt und ihre Bewohner… unzählige Leben… und ich stehe hier und schaue zu. Ich fühle mich wie ein elender Feigling! Der Teufel ist doch nur wegen mir hier… Nur wegen mir! Wegen meiner Dummheit! „Hoheit, gehen wir den Standort wechseln. Hier sammeln sich langsam sehr viele Diener“, meinte Cantio, der Avisa mit einem Schutzschild vor allen Angriffen bewahrte. Devoto hingegen griff die Angreifer mit weißer Magie und Nahkampftechniken an. Bisher war er dabei sehr erfolgreich. „Noch ein Angriff, dann versuchen wir es von der nächsten Kreuzung aus“, meinte Avisa und lenkte ihren Schwarm weißer Magiekrähen erneut auf Satan. Dieser hatte schon einige Angriffe abbekommen, wirkte aber nur wenig angeschlagen. Man hörte Sovos immer wieder von der Ferne Anweisungen brüllen: „Gebt euch gegenseitig Rückendeckung! Greift nicht alleine an!“ Sovos hatte sich inzwischen mehr auf die Organisation der weißen Magier konzentriert und griff vor allem die Dämonen mit an. Die Heiler konzentrierten sich auf die Versorgung der Verletzten und brachten diese notfalls in nahe liegenden Häusern in Sicherheit. Der Tornado begann sich bereits zu entfernen, dennoch konnte Apollon sich das nicht länger anschauen. Er ballte die Hände zu Fäusten und rannte dann den Flur entlang. Venusta blickte ihm verwundert hinterher: „Apollon?“ Dieser rannte in den Garten. Der Wind des Tornados war kaum zu spüren, denn selbst dieser wurde vom Schutzschild ferngehalten. Entschlossen ging Apollon auf das Tor zu und stieß es auf. Trotz aller Warnungen trat er einen Schritt hinaus. Eine starke Energie schien ihn zu überfallen, er spürte es überall am Körper, sein Kopf schien vor Schmerzen geradezu zu explodieren. Er stolperte nach vorne und schrie auf. Sein Blick richtete sich nach vorne und er wurde ganz still. Ein teuflisch-krankes Grinsen spiegelte sich in seinem Gesicht wieder. Der Teufel rief nach ihm: „Komm Corvus! Vernichte die weißen Magier!“ „Apollon!“, schrie Venusta, als sie aus dem Haus gerannt kam. Doch es war zu spät. Bevor sie ihn erreichen konnte, verschwand er in grau-rotem Rauch. Voller Sorge sank sie auf die Knie und faltete die Hände zum Gebet: „Bei Gabriel und allen guten Mächten dieser Welt, bitte lasst ihn gesund wieder zurückkehren.“ Zwischen den Kämpfenden tauchte aus grau-rotem Rauch Apollon auf. Grinsend blickte er sich um und rannte los, um sich auf den nächsten weißen Magier in seiner Nähe zu stürzen. Fusco stand auf einem der Häuserdächer und entdeckte Apollon. Mit einem kräftigen Satz sprang er hinab und landete direkt vor Apollon, ehe dieser den weißen Magier erreichen konnte. Ihm entging nicht Apollons seltsames Grinsen und packte ihn an den Schultern: „Corvus! Ich bin es, Fusco.“ Apollon nahm ihn überhaupt nicht wahr und holte zum Faustschlag aus. Der Treffer landete direkt auf der linken Gesichtshälfte von Fusco, welcher nur grinste: „Noch immer so schlecht im Nahkampf. Das wird sich wohl nie ändern.“ Der Spott über seine Nahkampffähigkeiten weckten in Apollon Erinnerungen. Sein Blick veränderte sich und wurde zu einem leichten Lächeln: „Fusco.“ „Es freut mich auch dich gesund und munter wieder zu sehen“, lachte er. Alles Weitere bedurfte keiner Worte. Sie nickten einander zu und griffen mit schwarzen Magiekugeln die Diener und Dämonen in der Umgebung an. Sie waren noch immer ein eingespieltes Team. Der Teufel spürte sofort, dass seine Kontrolle über Apollon unterbrochen worden war. Sein Blick schwenkte über die kämpfenden Mengen bis er Apollon und Fusco entdeckte. Wütend schnaubte er, sein Zorn ließ den Erdboden erneut erzittern. Selbst Fusco hatte ihn verraten nach all den Jahren. Jedoch sollte zuerst Corvus für seinen Verrat bezahlen. Er erzeugte eine riesige schwarze Magiekugel, welche er auf Apollon warf. Ehe diese ihn erreichen konnte, stellte sich Fusco schützend mit seinem Körper vor ihn. Apollon wurde mit zu Boden gerissen. Es gab einen gewaltigen Knall. Die Druckwelle hatte ihn etwas zurückgeschleudert. Nur einen Moment dauerte es, bis Apollon sich wieder aufrichtete. Sein Blick suchte nach Fusco, der den Angriff voll abbekommen hatte. Dieser lag noch immer am Boden. Die Häuserwand hinter ihm hatte einige Risse. Vermutlich war er dagegen gedrückt worden. Apollon eilte zu ihm: „Fusco!“ Ohne zu zögern kniete er sich zu seinem Freund herunter: „Fusco… danke…“ Fusco grinste schwach, während seine Lider sich langsam schlossen. Apollons Augen füllten sich mit Tränen, die auf Fusco hinab tropften. Er rüttelte noch einmal an ihm, wollte dass er irgendwas sagte, jedoch kam von Fusco keine Reaktion mehr. Die Atmung hatte ausgesetzt. Fusco… Mein einziger Freund… Warum nur? Ich brauche dich doch! Was bin ich denn ohne dich? Ein grollendes Lachen ertönte aus der Kehle des Teufels. So hatte er das nicht geplant und dennoch amüsierte es ihn köstlich Corvus am Rande der Verzweiflung zu sehen. Es war so viel befriedigender, als ihn einfach nur sterben zu sehen. Apollon löste sich von Fusco und stand auf. Er war fest entschlossen sich und alle anderen zu retten. Sicherlich wäre das auch in Fuscos Sinn gewesen. Heute würde er nicht sterben und auch kein weiterer mehr. Noch immer liefen ihm die Tränen von den Wangen. Sein ganzer Körper begann zu leuchten. Erst nur ganz leicht, dann immer heller und strahlender. Er streckte seine Hände aus, ganz instinktiv und entlud das Licht in eine riesige weiße Magiekrähe, welche mit einem kräftigen Flügelschlag auf den Teufel zuraste. Satans Lachen verstummte beim Anblick der Krähe, welche sich durch seinen Körper bohrte. Eine gewaltige Explosion erschütterte die Stadt und hüllte diese in grelles Licht. Als dieses sich lichtete, war vom Teufel nichts mehr zu sehen. Die übrigen Diener und Dämonen verschwanden in schwarzem Rauch oder Feuer. Erschöpft leuchtete Apollon erneut kurz auf, die Lichtgestalt wurde kleiner und dort am Boden saß eine schwarze Krähe mit einem gelben und einem blauen Auge. Sovos kam schnellen Schrittes angelaufen, kniete sich zu der Krähe nieder und ließ diese auf seine Hand klettern: „Keine Sorge Apollon. Du wirst deine normale Gestalt wieder annehmen. Ich bin sehr stolz auf dich.“ Sein Blick fiel dann auf Fusco, worauf Sovos ihm über die Federn streichelte: „Er war dir ein wahrer Freund. Sicher hätte er nicht gewollt, dass du um ihn trauerst.“ Ein leises Krächzen folgte zur Antwort. Einige Wochen später war das Geschehen bei den Gewöhnlichen schon fast vergessen. Sovos hatte unterschwellig dafür gesorgt, dass diese es für eine Halluzination hielten, die durch ein Gas entstanden war, welches wiederum durch die Erdbeben aus den Rissen entwichen war. So unwahrscheinlich das auch klang, so schluckten die Gewöhnlichen doch am liebsten die Information, die nicht besagte, dass dort ein übernatürlicher Krieg getobt hatte. Fusco hatte inzwischen einen Platz auf dem Friedhof der weißen Magier in Civitas bekommen und war würdevoll beerdigt worden. In der Krähengestalt musste Apollon nur einen Tag bleiben und hatte seitdem die Gelegenheit die weiße Magie richtig zu lernen. Endlich machte er Fortschritte. In seiner Freizeit ging er mit Venusta in die Stadt oder einfach spazieren. Nebenbei musste er jedoch viel lernen und seine Pflichten als Prinz kennen lernen. Dennoch war er endlich frei und würde für Fusco mit dieses in vollen Zügen genießen.

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Teil 3 - Die Krähe im Wolfspelz
Die Prophezeiung des Lichts Die Prophezeiung des Lichts
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Die Prophezeiung des Lichts - Teil 3 - Die Krähe im Wolfspelz
Kapitel 11 - Niemand entkommt dem Teufel Jetzt bin ich wieder in einer Stadt und weiß noch immer nicht so recht wohin ich soll. Nirgends bin ich sicher. Es geht so nicht weiter. Egal, wo ich bin der Teufel wird mich finden, früher oder später… Wie sehr ich ihn hasse! Warum kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen? Was bringt ihm das? Er hat unzählige Diener! Ich bin nicht sein Sklave! Apollon knurrte verärgert und ballte die Hände zu Fäusten. Ein grauenvoller Schmerz durchzog seinen Kopf mit einem Mal und ließ ihn auf die Knie sinken. Schnell nahm der Schmerz zu. Apollon hielt sich den Kopf und biss die Zähne zusammen. Er versuchte sich gegen den Teufel zu wehren, jedoch hörte er bereits dessen Stimme: „Du gehörst mir!“ Sie wurde lauter: „Gehorche mir! Du hast meine Befehle zu befolgen! Vernichte die weißen Magier!“ „Nein!“, rief Apollon kläglich. Wäre er nicht in einer Seitenstraße unterwegs gewesen, ständen sicherlich schon alle Leute um ihn herum. Jedoch war niemand dort, der ihm hätte helfen können. Die Schmerzen steigerten sich weiter. Apollon hatte das Gefühl, als würde jeden Moment sein Kopf zerspringen. Mit aller Kraft versuchte er die Zähne zusammen zu halten, diese knirschten aufeinander. Der Schmerz war nicht mehr auszuhalten und er schrie lautstark auf. „Was war das?“, fragte der silbergraue Luchs, als er den Schmerzensschrei vernahm. Sein Begleiter, ein dreifarbiger Kater zuckte die Schultern: „Am besten gehst du nachsehen. Ich behalte Stellung hier.“ Die beiden waren im dritten Stock einer Wohnung, die die weißen Magier gemietet hatten, um hier das Geschehen in der Stadt im Auge zu behalten. Auch in dieser Stadt gab es ein Haus der weißen Magier und so wurde die Umgebung sicherheitshalber überwacht. Der Luchs nickte und rannte los. Apollon schlug seinen Kopf auf den Boden: „Verschwinde!“ Ihm kamen die Tränen, die Schmerzen waren unerträglich. „Du gehörst mir! Befolge meine Befehle!“, hallte Satans Stimme immer wieder in Apollons Kopf. Erneut schlug er den Kopf auf den Boden. „Prinz Apollon“, wand sich der Luchs an ihn, als er Apollon am Boden liegend sah. Mit einiger Überwindung schaffte er es den weißen Magier anzublicken. Tränen flossen seine Wangen herunter. Vorsichtig nährte sich der Luchs ihm und sprach beruhigend auf ihn ein: „Versucht euch gegen ihn zu wehren. Ihr könnt das schaffen.“ Doch Apollon konnte nichts dagegen tun. Er versuchte es, jedoch schien es nur immer schlimmer zu werden: „Ich kann nicht.“ Erneut senkte Apollon seinen Kopf und drückte seine Stirn auf den Boden. Ein leiser Klagelaut war zu hören. Die Schmerzen machten ihn wahnsinnig. Die Stimme des Teufels war schon fast nebensächlich dagegen. Der weiße Magier berührte vorsichtig Apollons Schulter: „Atmet tief durch und beruhigt euch. Ihr seid stärker als er. Glaubt daran.“ „Geh weg!“, versuchte Apollon ihn los zu werden. Der Luchs nervte ihn mehr, als er ihm wirklich half. Dieser wusste auch nicht mehr weiter und blickte in die Richtung aus der er gekommen war. Zurückgehen und seinen Begleiter holen, war ein zu großes Risiko. Daher entschloss der weiße Magier sich für die einzige noch bleibende Möglichkeit: „Ich bitte vielmals um Verzeihung.“ Mit einem gezielten Schlag ins Genick setzte er Apollon außer Gefecht. Was ist passiert? Es ist so schön weich. Was…? Apollon öffnete die Augen und richtete sich verwundert auf. Er befand sich in seinem weichen Bett, in einem edel eingerichteten Zimmer. Niemand sonst war dort. Eine gute Gelegenheit um die Umgebung erst einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Ein Schreibtisch in hellem Holz mit passendem, gepolstertem Stuhl, die Polsterung weiß, eine Kommode passend dazu, sowie ein Nachtschränkchen. Er stand auf und blickte zu seinen Füßen. Der Teppichboden war herrlich weich. Seine Schuhe standen direkt neben dem Bett. Ohne zu zögern nahm er diese wieder an sich und zog sie an. Sein Blick wanderte zur Tür. Wo bin ich hier? Was ist passiert? Ich hatte Schmerzen… der Teufel… und dann…? War das ein weißer Magier? Ich denke schon, bin mir aber auch nicht sicher. Hat er mich hierher gebracht? Sich lange darüber Gedanken zu machen, brachte ihm auch nichts. Etwas zögerlich öffnete er die Tür und ging in den Flur hinaus. Apollon blickte nach links und rechts. Der Weg nach links erschien länger und mit mehr Türen. Jedoch waren diese nur auf einer Seite des Flurs, während die andere Seite mit vielen Fenstern die Möglichkeit bot hinaus zu blicken. Etwas nervös lauschte Apollon, ehe er zum nächsten Fenster ging und hinaus blickte. Das ist doch nicht möglich!? Das ist Civitas. Dort haben wir das Anwesen beobachtet… das bedeutet… ich bin in dem Haus. Das muss es sein. Und somit… Apollon senkte etwas die Ohren und blickte den Gang nach links herunter. Irgendwo hier wäre sicherlich Sovos und vermutlich auch seine Mutter. Er war im Haus der weißen Magier. Wie er hierher gekommen war und wie viel Zeit vergangen war seitdem er das Bewusstsein verloren hatte, wusste er nicht. Das alles würde er wohl jetzt herausfinden müssen. Ok. Einfach ruhig bleiben und vorsichtig umschauen. Was soll schon passieren? Lauschend und möglichst leise ging er den Gang entlang. Dabei lief er an zwei Zimmern vorbei. Die dritte Tür stand offen und so blieb Apollon stehen und konzentrierte sich auf das, was er hörte. „Es ist nicht nur meine Pflicht den Prinzen zu beschützen, sondern auch eine Ehre. Macht euch keine Gedanken um meine Sicherheit“, hörte Apollon die erste Stimme. Eine weitere Stimme antwortete, weiblich und irgendwie vertraut: „Cantio, ich möchte doch nur, dass dir nichts passiert. Du musst das nicht tun.“ Plötzlich wurde es ihm klar, woher er die Stimme kannte. Es war die Stimme aus seinen Träumen, die weiße Wölfin. Wie von selbst ging er auf das Zimmer zu und blieb in der Tür stehen. Die vier weißen Magier von damals. Da war er sich sicher. Die weiße Wölfin saß auf dem Sofa, ihr gegenüber auf einem Sessel saß Sovos, an die Wand gelehnt stand der Magier mit dem Seidenmantel und der Ältere stand fast direkt neben der weißen Wölfin. Sovos erhob sich von seinem Sessel, als er Apollon bemerkte und lächelte: „Apollon, wie geht es dir? Setz‘ dich doch.“ Apollon rührte sich nicht. Sein Blick war einzig und allein auf die weiße Wölfin gerichtet. Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln: „Komm her, Apollon.“ Mit ihrer Hand strich sie dabei über den Platz neben sich. Erneut zögerte er, gab sich dann jedoch einen Ruck und setzte sich auf den ihm zugewiesenen Platz. Der ältere Wolf nahm nun etwas Abstand, behielt Apollon aber im Auge. Sovos nahm nun auch wieder in seinem Sessel Platz. Apollon versuchte sich zusammen zu reißen, so vieles wollte er wissen. Sein Blick ging nun zu Sovos: „Das ist das Haus in Civitas, richtig?“ Mit einem Nicken bestätigte Sovos diese Vermutung: „Die bezaubernde Wölfin neben dir ist übrigens deine Mutter.“ Also hatte er recht gehabt mit seiner Vermutung. Ihm würden jetzt so viele Fragen einfallen, jedoch fühlte er sich völlig verunsichert. Die Situation überforderte ihn. Avisa deutete lächelnd auf die anderen beiden Magier, zuerst auf den Älteren: „Das ist Cantio.“ Ehe sie dann zu dem anderen wies: „Und das Devoto. Sie sind unsere Beschützer und mit die stärksten weißen Magier, die es gibt.“ Cantio und Devoto nickten Apollon höflich zu. Er wusste nicht so recht, wie er diese Geste erwidern sollte und ihn quälten so viele andere Fragen: „Wie bin ich…?“ Sovos unterbrach ihn: „Hierher gekommen? Einer unserer weißen Magier ist auf dich aufmerksam geworden. Daran wirst du dich sicher erinnern, oder? Jedenfalls entschloss er sich dazu dich außer Gefecht zu setzen, da du mit dem Kampf der in dir tobte überfordert warst. Zuerst brachte er dich in das Haus dort. Als der Anruf hier kam mit den Details, was passiert war, haben wir dich hierher bringen lassen. Die Details erspare ich dir. Viel Politik, Organisation und Planung. Es musste alles ziemlich schnell gehen und hat ja auch geklappt.“ Ein wenig verwirrt über die Antwort, nickte Apollon knapp und stellte die nächste Frage, dieses Mal an seine Mutter: „Warum hast du mir diese Träume geschickt?“ Avisa ergriff Apollons Hand und lächelte ihn beruhigend an: „Wir haben viel Schreckliches über Corvus gehört. Von meinem geliebten Sohn Apollon schien nichts mehr übrig zu sein. Dennoch wollte ich dich nicht aufgeben. Wir beschlossen dich über deine Träume zu besuchen. Niemand konnte sagen, wie du darauf reagieren würdest. Ich habe dir immer wieder gesagt, dass du in dein wahres Inneres blicken musst und wie es aussieht, haben wir es wieder erweckt.“ Mein wahres Inneres? Was meint sie damit? Ich verstehe das noch immer nicht. Er blickte fragend zu Avisa: „Was ist mein wahres Inneres?“ Avisa lächelte und drückte leicht seine Hand: „Du bist mein Sohn Apollon, der Prinz der weißen Magier. Du bist im Innersten gut. Dein Vater mag ein Diener des Teufels gewesen sein, war aber nicht böse. Er wollte nur das Beste für unsere Familie. Er büßte dafür, dass er seinen Auftrag nicht erfüllte. Jedoch haben wir uns auch nur durch diesen kennen gelernt. Eigentlich sollte er mich töten. Aposter konnte das aber nicht tun und hatte sich verliebt. Tag für Tag stand er vor dem Grundstück und mit der Zeit verliebte ich mich auch in ihn. Dennoch wollte er nicht versuchen zu fliehen. Es gab da noch eine Angelegenheit, die er zu erledigen hatte und er wollte nicht, dass wir noch mehr ins Blickfeld des Teufels gerieten. Dabei führen wir schon seit Jahrtausenden Krieg mit dem Teufel. Vielen Dienern haben wir auch schon geholfen. Als du geboren wurdest, war er sehr glücklich. Den Namen für dich suchte er aus. Apollon, der Vernichter des Teufels und Abwehrer jeden Unheils. Ein wunderbarer Gedanke. Außerdem klingt der Name auch sehr schön, findest du nicht?“ Apollon nickte leicht. Mein Vater war ein Narr. Deswegen wird er auch auf ewig als verlorene Seele in der Hölle verweilen. Er hätte fliehen können. Jetzt ist mir das Klarer, als je zuvor. Ich wurde von ihm im Stich gelassen. Avisa strich ihm leicht über den Rücken: „Hat man dir erzählt, wie dein Vater gestorben ist?“ Apollon atmete tief durch: „Fusco erzählte mir, dass der Teufel mich in seinen Klauen trug und ihm präsentierte. Dann tötete er ihn. Er starb mit entsetztem Blick, seine Kehle wurde aufgeschlitzt.“ Es herrschte für einen kurzen Moment schweigen, ehe Sovos das Wort ergriff: „Apollon, willst du hier bleiben?“ Er nickte, da war er sich sicher: „Ich will nicht mehr zurück. Auf keinen Fall.“ Sovos lächelte erfreut darüber: „Dann kläre ich dich erst einmal auf. Wie ich dir bereits erzählt hatte, bist du der Prinz der weißen Magier. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nur von vorne bis hinten bedienen lässt. Man hat auch bestimmte Pflichten und die wirst du kennen lernen. Außerdem werde ich dir die weiße Magie beibringen und unsere besondere Form, die Krähenmagie. Sie ist nur der Adelsfamilie gegeben und sehr mächtig.“ „Was ist mit dem Teufel? Er wird Diener und Dämonen schicken. Ein Dämon verfolgt mich bereits“, gab Apollon zu bedenken. Avisa lächelte beruhigend: „Hier bist du sicher.“ Sovos blickte ihn ernst an: „Da der Teufel dich jedoch unter Kontrolle bringen kann, darfst du das Haus erst einmal nicht verlassen. Wir werden uns sicher noch etwas einfallen lassen deswegen, aber im Moment ist es die einzige Lösung. Innerhalb unserer Grundstücke hat der Teufel keine Macht. Kein Diener oder Dämon kommt hier ohne unser Wollen herein.“ Devoto fügte leicht amüsiert hinzu: „Du hättest übrigens unser Grundstück betreten können. Wie viele Tage habt ihr da eigentlich Wache gehalten?“ Apollon zuckte die Schultern: „Ich weiß es nicht genau. Zwischenzeitlich saß ich in der Hölle fest.“ Am besten behalte ich es erst einmal für mich, dass ich eine gespaltene Persönlichkeit habe und die beiden Seiten gegeneinander angekämpft haben. Irgendwann werde ich es ihnen sagen müssen, aber das kann warten. Vielleicht finden sie es auch selbst heraus. „Wieso hast du in der Hölle fest gesessen? Ist dem Teufel etwas aufgefallen?“, hackte Devoto jetzt nach. Die Frage beschäftigte wohl alle, warum Apollon auf einmal vom Auftrag abgezogen worden war. Apollon stand auf und versuchte so nicht auf die Frage zu antworten: „Ich muss erst mal an die frische Luft.“ Avisa griff nach seiner Hand, um ihn davon abzuhalten, jedoch nickte Sovos bereits: „Das kann ich verstehen. Sicherlich geht dir jetzt vieles durch den Kopf. Vergiss aber nicht, dass du auf dem Grundstück bleiben musst.“ „Sicher“, bestätigte Apollon. Avisa ließ seine Hand los und ließ ihn gehen. Anhand des Ausblicks durch die Fenster konnte Apollon sich ein ungefähres Bild von dem Haus machen und den Ausgang erahnen. Er lief den Flur weiter hinab und direkt in den Garten. Einen kurzen Moment zögerte er, als die anderen weißen Magier zu ihm blicken, jedoch verneigten diese sich leicht vor ihm. Das war Apollon noch unangenehmer und versuchte es einfach zu ignorieren. Schnellen Schrittes ging er zum nächsten Baum und setzte sich unter diesen. An den Stamm gelehnt versank er in Gedanken. Ich bin hier, ein Prinz… das ist unglaublich. Ich kann es einfach nicht fassen… Mein ganzes Leben lang war ich ein Diener, der Henker des Teufels schließlich sogar. Corvus, der Schrecken jedes Dieners in der Hölle. Und nun…? Soll ich ein Prinz sein? Das kann ich nicht, aber es wird eh nicht lange anhalten. Meine gespaltene Persönlichkeit, die schwarze Magie… so etwas kann doch kein Prinz der weißen Magier sein… Meine Mutter und Sovos sind so nett zu mir. Auch die anderen weißen Magier scheinen kleinen Groll gegen mich zu hegen. Aber wieso? Sie wissen doch, wer ich bin… sie müssten mich hassen. „Apollon“, erklang eine Stimme. Ihm war gar nicht aufgefallen, dass jemand nähergekommen war und sich vor ihn gehockt hatte. Als er nun aufblickte, schaute er in Venustas Augen: „Venusta…“ „Du siehst nicht glücklich aus. Freust du dich gar nicht wieder bei deiner Familie zu sein?“, fragte sie ihn besorgt. „Doch… ich denke schon, dass es mich freut“, antwortete er und dachte selbst darüber nach. Er fühlte sich unsicher. Venusta setzte sich neben ihn: „Zieh dich nicht so zurück. Du musst offen über das sprechen, was dich beschäftigt. Ich höre dir zu.“ Apollon blickte sie ungläubig an und dachte über ihre Worte nach: „Ich bin anders.“ Venusta lachte etwas darüber: „Anders? Weil du über schwarze Magie verfügst oder weil du dem Teufel gedient hast? Ich sehe hier nicht Corvus, nicht der Mörder, sondern nur Apollon, unseren Prinzen. Bleib dir selbst treu, Apollon. Niemand hier wird dich wegen deiner Vergangenheit verurteilen.“ „Hm“, machte Apollon noch immer nicht ganz überzeugt. Das Schloss bebte, als Fusco gerade zurück in die Hölle gekehrt war. Die Asche wurde dadurch aufgewirbelt und die Diener verzogen sich aus der Nähe des Thronsaales. Fusco grinste breit und ging direkt auf den Thronsaal zu: „Was für tolle Neuigkeiten gibt es denn heute?“ Vor dem Eingang zum Thronsaal blieb er stehen, sodass man nicht sehen konnte, er jedoch die Möglichkeit hatte gut zu lauschen. „Bitte, mein Fürst… wir können doch auch nichts dafür, dass Corvus zu den weißen Magiern…“ Er lautes Brüllen vom Teufel übertönte seine Worte, ein weiteres Beben, ein Knall, Stille. Fusco war erleichtert. Er hatte es also geschafft, Apollon war bei den weißen Magiern und in Sicherheit. „Verschwindet!“, schrie Satan die übrigen Diener an, die daraufhin so schnell sie konnte aus dem Thronsaal rannten. Fusco warf einen flüchtigen Blick hinein. Zwei Diener lagen am Boden. Der eine war definitiv tot, Satans Klauen hatte seine Brust durchbohrt. Fusco hatte die Wunden schon öfter gesehen. Der andere Diener musste gegen die Wand geschleudert worden sein und stand nicht wieder auf. Was für ein Schwächling, dachte sich Fusco. Corvus hatte das fast jeden Tag zu spüren bekommen und war immer wieder aufgestanden. Er wand seinen Blick ab und machte sich auf dem Weg zu seinem Zimmer. Am liebsten würde Fusco alle Häuser der weißen Magier besuchen, nur um noch einmal mit Apollon sprechen zu können, jedoch würden diese ihn vermutlich gar nicht anhören. Er war ein Dämon und er hatte noch nie davon gehört, dass die weißen Magier einen Dämon aufgenommen hätten. Zumindest war Apollon in Sicherheit. Einen besseren Ort für die Flucht vor dem Teufel gab es gar nicht. Er würde erst einmal abwarten, was nun weiter geschehen würde. Sicherlich würde sich für ihn eine Möglichkeit ergeben seinen Freund noch einmal wieder zu sehen. Tag für Tag kam Apollon besser mit seinem neuen Leben zurecht. Er verstand sich sehr gut mit seiner Mutter und Sovos, sowie den beiden Beschützern Cantio und Devoto. Dennoch blieb Apollon zurückhaltend und gab wenig von sich Preis. Seine gespaltene Persönlichkeit hatte er bisher unter Kontrolle halten können. „Apollon, komm“, rief ihn Venusta, die gerade mit Apollon zusammen in den Garten gehen wollte. „Ich komm ja schon“, meinte Apollon und legte einen Schritt zu, um sie wieder einzuholen. Die beiden hatten sich schnell wieder vertragen und waren inzwischen ein richtiges Liebespärchen geworden. Die einzige Sorge, die Apollon im Moment noch hatte, war seine eingeschränkte Freiheit. Er musste zwar nicht mehr für den Teufel arbeiten und war in Sicherheit, jedoch könnte er nie das Grundstück verlassen. Dabei wollte er so gerne die Welt mal mit den Augen eines freien Wolfes sehen, nicht nur mit denen eines Mörders. Sovos hatte zwar versprochen, dass sie sich irgendwas einfallen lassen wollten, jedoch sah das bisher nicht so aus. Kaum kam Apollon in den Garten verneigten sich die weißen Magier wieder leicht vor ihm. Inzwischen wusste er, dass ein höfliches Nicken zur Bestätigung ausreichte. Venusta setzte sich wieder unter den Baum in den Garten und wartete auf ihn. Erleichtert nicht mehr jedem zunicken zu müssen, setzte Apollon sich neben sie: „Wir hätten drin bleiben können.“ „Und das schöne Wetter verpasst? Auf keinen Fall“, sie kicherte. Dann lehnte sie ihren Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen: „Es ist so schön mit dir.“ Apollon wusste darauf nichts zu erwidern und genoss einfach die frische Luft und Venustas Anwesenheit. Der Teufel hatte inzwischen Odi, Fel, Leana und Diritas von ihrem eigentlichen Auftrag abgezogen. Apollons Flucht hatte seine bisherigen Pläne durcheinander gebracht. Er würde nun zu drastischeren Mitteln greifen. Das war schon immer die beste Methode für solche Fälle. Die Stärke der Krähenmagier hatte in den letzten Jahren abgenommen. Eine bessere Chance würde er nicht bekommen. Die vier Diener knieten ihm Thronsaal und erwarteten seinen Befehl: „Ihr werdet die Anrufung durchführen.“ Den meisten Dienern war die Vorgehensweise bereits bekannt. Satan konnte die Hölle nicht ohne ein zuvor ausgeführtes Ritual verlassen. Hierzu brauchte man eine Stadt mit fünf Friedhöfen, die in der Form eines Pentagramms angeordnet waren. Von jedem dieser Friedhöfe benötigte man die Asche eines Toten, welche in der Mitte des Pentagramms verstreut wurde und Satan angerufen wurde. An und für sich ein einfaches Unterfangen, wenn da nicht die Schwierigkeit wäre fünf Friedhöfe zu finden, die in dieser Form angeordnet waren. „Wie ihr wünscht, mein Fürst“, antwortete Leana, „Habt ihr bereits eine Stadt in Aussicht?“ Ein wütendes Schnauben folgte: „Sonst hättet ihr die Information bereits. Macht euch an die Arbeit!“ Fusco saß mal wieder vor dem Thronsaal und hatte gelauscht. Nun begann er sich doch Sorgen zu machen. „Wie kann ich dich nur warnen?“, fragte er sich stumm selbst. „Gleich nochmal“, forderte Sovos Apollon auf. Er versuchte Apollon die weiße Magie beizubringen, jedoch war Apollon bisher nicht sonderlich begabt. Die ganze Trainingshalle hatten sie zur Verfügung, aber alles was Apollon bisher zu Stande brachte, war ein kleiner Lichtfunken. Zumindest zeigte es, dass er tatsächlich über weiße Magie verfügte, wie Sovos gesagt hatte. Nur kam er so gar nicht damit zurecht. Im Gegensatz zu der schwarzen Magie, dachte man hier daran jemanden beschützen wollen und nicht zu töten. Hass zu empfinden war so einfach für Apollon, aber den Willen zu beschützen aufzubringen, erwies sich als schwieriger als gedacht. Es würde eigentlich sogar schon für eine kleine Kugel eine schöne Vorstellung reichen. Etwas, dass Apollon gerne mochte. Aber auch das, scheiterte. Immer wieder begann Sovos es ihm von vorne zu erklären: „Denk an etwas Schönes, an die Personen, die du beschützen möchtest. Leite dieses Gefühl durch deine Finger nach außen.“ „Ich kann das nicht“, meinte Apollon erneut. Das hatte er in den letzten Tagen viel zu oft gesagt. Jedoch ließ Sovos es nicht zu, dass er einfach aufgab: „Ich weiß, dass du es kannst. Nochmal.“ Fusco stand vor einem der Häuser der weißen Magier und blickte zu den Wachen. Niemals würden sie ihn hineinlassen oder seine Fragen nach Apollon beantworten. Wie sollte er nur Apollon warnen!? Unruhig lief er vor dem Haus hin und her, hielt aber genug Abstand, dass die weißen Magier nicht noch nervös werden könnten, weil ein Dämon sich dort herum trieb. Die Wachen beobachteten jeden seiner Schritte, während die anderen weißen Magier in dem Garten davor ihn gar nicht weiter beachteten. Es war nicht Civitas, aber Fusco hatte bisher auch keine Informationen über Apollons genauen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen können. Schon früh am Abend hatte sich Apollon in sein Zimmer zurückgezogen. Das Training hatte ihn ermüdet und er wollte auch etwas Zeit für sich, um einfach die Ruhe zu genießen. Avisa und Sovos saßen im Wohnzimmer zusammen, auch Cantio und Devoto waren anwesend. „Was ist wenn er wirklich nur diese Funken zustande bringen kann?“, wand sich Avisa besorgt an Sovos. Dieser schüttelte den Kopf: „Er kann mehr. Es fehlt ihm einfach an Selbstvertrauen. Du siehst doch selbst, dass das Krähensymbol deutlich zu erkennen ist und das bedeutet zwangsläufig, dass er starke weiße Magie besitzt.“ Avisa machte sich trotzdem Sorgen: „Bei seiner Geburt war das Krähensymbol ganz weiß, sowie bei mir. Jetzt ist es grau, ein dunkles Grau. Wer weiß, was Satan getan hat.“ Sovos lächelte: „Ich bin mir sicher, Avisa, dass die Krähenmagie tief in ihm drin ist und nur darauf wartet hervor zu kommen.“ „Was ist, wenn sie nicht hervor kommt? Wenn er keine weiße Magie nutzen kann? Wie würde er sich fühlen, allein unter weißen Magiern mit seiner schwarzen Magie? Ich möchte nicht, dass er sich ausgegrenzt fühlt“, meinte Avisa weiterhin besorgt. Sovos versuchte sie weiter zu beruhigen: „Das wird nicht passieren. Vertraue ihm. Wie soll er selbst den Mut dazu finden, wenn nicht einmal du an ihn glaubst? Gib ihm die Zeit, die er braucht. Es ist alles eine große Veränderung für ihn.“ Avisa nickte leicht. Apollons Training fand jeden Tag statt, oftmals am Nachmittag, jedoch in seltenen Fällen auch kurz nach dem Frühstück. Die Tageszeit änderte dennoch nichts an seinem Fortschritt. Immer wieder brachte er nichts außer Funken zustande. So langsam glaubte Apollon wirklich, dass das Training vollkommen sinnlos war. Venusta sprach ihn davor immer Mut zu, welches Apollon die ersten paar Minuten positiv stimmte. Die Familie hatte gerade zu Mittag gegessen und Sovos war mit Apollon auf dem Weg zur Trainingshalle. Sovos stützte sich an der Wand ab, als die Stadt plötzlich von einem Erdbeben heimgesucht wurde. Gerade so konnte Apollon sich noch auf den Beinen halten. Draußen zog gleichzeitig ein starker Sturm auf, die Sonne wurde von einem schwarzen Himmel verdeckt und es begann Asche zu regnen. Ein weißer Magier kam angerannt und hielt sich dabei geschickt auf den Füßen, trotz des Bebens: „Sovos, habt ihr hinaus gesehen? Das sind die Vorzeichen.“ Sovos wand seinen Blick auf dem Fenster, das Erdbeben ließ etwas nach, würde aber sicherlich bald in einer neuen Stärke von vorn beginnen. Einen Moment schien Sovos sich das Geschehen draußen nur anzusehen, ehe er sich an den weißen Magier wand: „Alarmiert alle Häuser. Wir müssen sofort gegen ihn vorgehen.“ Während der weiße Magier schon wieder davon eilte, blickte Apollon fragend zu Sovos: „Was passiert gerade?“ Besorgt legte Sovos eine Hand auf Apollons Schulter: „Der Teufel. Er hat soeben unsere Welt betreten. Versuch ruhig zu bleiben. Ich weiß, dass schockiert dich sicher, aber es ist nicht das erste Mal. Unsere Vorfahren wussten schon wie man gegen ihn ankommt und wir schaffen das auch.“ Dann ging er schnellen Schrittes davon, um die restlichen weißen Magier zu organisieren. Es musste schnell gehandelt werden. Apollon stand geschockt im Flur. Die Worte von Sovos klangen in seinen Ohren nach. Sein Verstand wollte nur langsam begreifen, was er gerade gehört hatte und als dieses ihm bewusst wurde, schrie er innerlich auf. Der Teufel ist hier! Wie soll man ihn besiegen? Er ist viel zu mächtig! Das ist unmöglich! Es ist vorbei! Apollon blickte sich um, viele weiße Magier gingen an ihm vorbei. Sovos war nirgends mehr zu sehen. Devoto kam auf ihn zu und legte leicht seine Hände auf Apollons Schultern: „Mein Prinz, ihr müsst hier bleiben. Verlasst auf keinen Fall das Haus. Ich bitte euch. Es ist zu eurer eigenen Sicherheit.“ Seine Hände ruhten auf Apollons Schultern bis dieser zustimmend nickte. Mit Erleichterung ließ er Apollon los und ging nach draußen in den Garten, wo die weißen Magier sich bereits sammelten. Avisa begann als erstes weiße Magie frei zusetzen und um die Gruppe weißer Magier zu bündeln, ehe Sovos diese weiter verstärkte. Ein weißer Magier nach dem anderen steuerte mit seiner weißen Magie einen Teil bei. Sie wurden in ein grelles Licht getaucht und verschwanden. Apollon hatte dieses aus dem Fenster beobachtet und war wirklich erstaunt. Aber es machte sich auch die Angst ihn ihm breit. Vielleicht hatte er sie zum letzten Mal gesehen. Venusta hatte sich neben ihn gestellt und seine Hand ergriffen. Als Einzige war sie zurückgeblieben, um an Apollons Seite zu sein. Langsam zog sie ihn vom Fenster weg: „Es wird alles gut gehen. Sie werden den Teufel zurück in die Hölle schicken, wo er hingehört und dann kommen sie zurück. Du musst ihnen vertrauen.“ Wortlos blickte er Venusta an. Wie gerne er das glauben würde, jedoch hatte er schon oft die Macht des Teufels zu spüren bekommen. Er machte sich wenig Hoffnung. Venusta führte ihn zum Wohnzimmer und setzte sich mit ihm auf das Sofa: „Ich werde die ganze Zeit hier bleiben. Sie werden zurückkommen. Glaube mir.“ Leana, Diritas, Fel und Odi blickten nach oben. Satan war sofort in die Höhe geschossen, kaum dass das Höllentor sich geöffnet hatte. „Der Ascheregen ist das nervigste“, bemerkte Fel. Odi sah das